Dittershausen nutzt gegnerische Fehler bei 23:31-Heimpleite nicht
VON CLAUDIA STEHR Fuldabrück – Handball ist ein Fehlersport – macht ein Team Fehler, kann das andere diese zu seinem Vorteil nutzen. Kann. Das Derby der Handball-Oberliga schrieb dazu seine eigene Geschichte. Mit 31:23 (13:12) setzte sich die HSG Baunatal bei der TSG Dittershausen durch und bejubelte den Sieg im Nachbarschaftsduell.
Eine Halbzeit lang sahen die Zuschauer in der gut gefüllten Sporthalle von Dörnhagen ein ausgeglichenes Spiel. Aber auch ein von Fehlern geprägtes. Beide Abwehrreihen dominierten die Partie – doch hatten sie sich den Ball hart erkämpft, war er oft schnell wieder weg – Fehlpass, überhasteter Abschluss oder technischer Fehler. Immer wieder landete der Ball beim Gegner. Und das von beiden Seiten.
Nach zehn Minuten stand es 3:3. Matti Nuß brachte die Gastgeber in Überzahl mit einem Wurf ins leere Tor mit zwei Treffern in Führung (5:3/13.). In der 18. Minute war es dann Pascal Schäfer, der die HSG Baunatal per Tempogegenstoß erstmals in Front warf. Mit dieser knappen Führung für die Gäste ging es auch in die Pause.
Nach dem Wechsel steigerte sich Baunatal in der Deckung und reduzierte die eigene Fehlerzahl im Angriff. „In der zweiten Halbzeit haben wir in der Deckung super nach System gearbeitet – vorn werfen wir allerdings noch immer zu viele Bälle weg“, sagte HSG-Coach Dennis Weinrich. Das reichte an diesem Tag jedoch aus, um die Dittershäuser zu knacken. Über das 15:12 von Keeper Marcel Lohrbach (32.) zog Baunatal 25:15 (48.) davon. Bei der TSG lief kaum noch etwas.
„Diese Niederlage lag am Angriff und den viel zu vielen technischen Fehlern“, analysierte TSG-Trainer Mirko Jaissle. „Wir haben es nicht geschafft, die Fehler der HSG auszunutzen.“ Die Baunataler wurden mit der deutlichen Führung im Rücken in den letzten zehn Minuten ebenfalls wieder nachlässiger. Aus einer offensiven Deckung heraus kam Dittershausen noch einmal auf sechs Treffer heran (22:28). Zu mehr reichte es nicht. „Diese Niederlage ist echt deprimierend, wenn man den Spielverlauf sieht“, klagte Jaissle. Damit sagen wollte er, dass die Gäste nicht ihren besten Tag hatten, sein Team es aber trotzdem nicht schaffte, Zählbares einzufahren.