HSG Baunatal ohne Übersicht

Abgezogen: Baunatals Leonie Brüßler gegen die Hüttenberger Abwehr mit Klara Engel und Kaya Saul. © Foto: Andreas Fischer

Regionalliga-Frauen unterliegen dem TV Hüttenberg mit 28:34

 

PETER FRITSCHLER
Baunatal – Bei der 28:34 (12:17)-Niederlage mussten die Regionalliga-Handballerinnen der HSG Baunatal dem TV Hüttenberg beide Punkt mit auf die Heimreise geben. Die Mittelhessinnen landeten letztlich in der Max-Riegel-Halle einen verdienten Sieg, zeigten das überzeugendere Spiel. Die HSG Baunatal lag nicht einmal in den 60 Minuten in Führung, sondern rannte immer einem Rückstand nach.

Die HSG-Frauen waren schlecht in die Partie gestartet und lagen nach neun Minuten mit 4:7 zurück. Hüttenberg begann aggressiv in der Abwehr, klärte oder Torhüterin Melike Neidel parierte. Und ging dann blitzschnell aus der Deckung in den Angriff über. Ehe sich die HSG Baunatal darauf einstellen konnte, lag sei dann mit drei Treffern zurück.

Alles Bemühen scheiterte dann an mangelnder Treffsicherheit, individuellen Fehlern und dem fehlenden Zugriff in der Abwehr auf die Entscheider der Gäste. Die führten nach 27 Minuten mit 10:5 und nach 32 Minuten gar mit 19:12. Da stand die HSG schon mit dem Rücken zur Wand.

Beim 22:24 (45.), 23:25 (47.) und 24:26 (48.) waren die Gastgeberinnen jeweils auf zwei Tore herangekommen. Doch es fehlte die letzte Konsequenz, das entschiedene Nachsetzen, um dem Spiel da eine Wende zu geben. Hüttenberg erhöhte stattdessen auf 28:24 (51.), 31:26 (56.) und 34:27 (59:40). Beim letzten Treffer stand das Gästeteam schon vor der Bank und applaudierte, ehe Letizia Trombello vier Sekunden vor Spielende noch ein Ergebniskorrektur gelang.

Zu allem Überfluss muss man jetzt bei der HSG Baunatal auch um den nächsten Einsatz von Lina Nöchel bangen. Nach einer Kollision mit Hüttenbergs Klara Engel blieb diese kurz vor Spielende im Kreis der Gäste liegen, wurde behandelt und dann mit einer dicken Eispackung auf der rechten Schulter in die Kabine gebracht. Eine Röntgenuntersuchung soll Klarheit über Art und Schwere der Verletzung bringen.

„Wir haben in der Abwehr zu wenig Zugriff auf die Hüttenberger Angreiferinnen gehabt“, sagte Leonie Brüßler, die zehn blitzsaubere Treffer für die HSG Baunatal erzielte und damit erfolgreichste Torschützin war. „Hüttenberg hat die einfachen Tore gemacht, wir sind an der Torhüterin gescheitert. Uns hat einfach die Übersicht gefehlt.“

HSG-Trainer Arnd Kauffeld war schon zur Halbzeit mit ernster Miene in die Kabine geeilt. Seine Ansprache dürfte recht deutlich gewesen sein. „Wir sind zwar Meister, aber das heißt nicht, dass wir jeden Gegner beherrschen müssen oder können“, sagte Kauffeld nach der Partie. „Hüttenberg hat verdient gewonnen und ein nahezu perfektes Spiel gezeigt.“ Seine Mannschaft habe individuelle Fehler gemacht, man habe nie richtig Zugriff auf die Spielerinnen des Gastes gehabt und Leistungsträgerinnen hätten nicht ihre beste Leistung abrufen können.

Jetzt muss die HSG Baunatal am kommenden Samstag im Regionalderby in der Fritzlarer Kreissporthalle beim SV Germania Fritzlar antreten. Der gewann gestern bei TG Kastel mit 30:22.

Baunatal: Clobes, Küllmer; Trombello 4, Simon, Brüßler 10, Grün, Geßner 1, Prauss 2, Bär 3, Schmidt 3, Deichmann 1, Kauffeld 5/4, Nöchel