In die Zange genommen: Baunatals Charlotte Mihr wird von Jessica Straub und Julika Leichthammer von der HSG Rodgau/Nieder-Roden attackiert. (C) Foto: Dieter Schachtschneider
Baunataler Regionalliga-Handballerinnen behaupten sich gegen Rodgau/Nieder-Roden
WOLFGANG BAUSCHER Baunatal – „Ein handballerisches Feuerwerk hatte ich sowieso nicht erwartet. Aber ich ziehe meinen Hut davor, wie die Mannschaft das gelöst hat.“ Erleichterung und Genugtuung klangen bei Trainer Arnd Kauffeld an, nachdem die Frauen der HSG Baunatal im Regionalliga-Heimspiel die HSG Rodgau/Nieder-Roden 31:27 (14:15) bezwungen hatten.
Erst im letzten Viertel der Partie schaffte es der amtierende Meister, seine Gäste etwas abzuschütteln. Mindestens bis dahin erwiesen sich die Südhessinnen mit ihrer starken Spielmacherin Tea Kovjenic und der in der Offensive kaum zu haltenden Jil Riecke als der erwartet unbequeme Gegner.
Dem Kauffeld-Team fehlte sowohl in der Abwehr als auch im Angriff die Sicherheit. Und mit dem Ausfall der verletzten Lea Deichmann, Lina Nöchel und Letizia Trombello auch einige Variationsmöglichkeiten. Gegen die bewegliche und aufmerksame 6:0-Deckung der Mannschaft aus dem Rodgau ließ Baunatal den Ball zwar laufen. Meist jedoch nur weit vor der gefährlichen Zone, Lücken fanden sich zu selten.
„Das Spiel hätte jederzeit komplett kippen können. Aber wir haben uns immer wieder reingearbeitet“, sagte Kauffeld und blickte auf die entscheidende Phase: „Jeder Regionalligist macht im Spiel mal zehn Minuten Pause. Diese zehn Minuten des Gegners haben wir genutzt.“
Aus einem 20:20-Gleichstand (45.) zog Baunatal auf 28:22 davon (55.). Immer öfter hatte der Tabellendritte bereits nach Wiederbeginn mit aggressiverer Deckung Bälle erkämpft und die Fehler der Südhessinnen ausgenutzt. Diese spielten nicht mehr so zwingend wie bis dahin und büßten ihre zuvor gezeigte Zielstrebigkeit ein.
Rodgau/Nieder-Roden gab sich allerdings auch angesichts des Sechs-Tore-Rückstands keineswegs geschlagen und kam wieder näher heran. Dann traf Marinola Pulja gegen die offene Deckung der Gäste vom Kreis zum 29:25 (58.) – abermals schien alles klar. Wie sich bald herausstellte: Abermals war es das nicht.
60 Sekunden später lag Baunatal nur noch 29:27 vorn, blieb aber stabil. Charlotte Mihr glückte das 30:27, hinten hielt Paula Küllmer wie schon des Öfteren in diesem engen Duell glänzend. Als es schon nicht mehr darauf ankam, verwandelte Paulina Kauffeld nach der Schlusssirene einen Siebenmeter zum 31:27-Endstand.
„Mit nur vier Rückraumspielerinnen, die auch noch zentral decken mussten, war das eine echte Herausforderung“, befand Kauffeld und freute sich über die Entwicklung von Emilia Prauss, die in Leihgestern und Kirchhof gespielt und zuletzt ein Jahr lang pausiert hatte: „Sie ersetzt Jessica May im Abwehrzentrum immer besser und wird bald noch mehr Verantwortung übernehmen.“
Beim abschließenden Siegerjubel waren dann auch die Verletzten dabei. Hüpfen und singen zumindest konnten sie. Gefeiert wurde ein Arbeitssieg, der mit keinerlei Makel behaftet war. Sondern einer, der die Baunatalerinnen mit Stolz erfüllte. Zumal sie weiterhin nur um einen Punkt hinter Spitzenreiter Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden zurückliegen.