Abgezogen: Baunatals Simon Gruber gegen die Hersfelder Lasse Reinhardt, Andreas Krause und Fynn Reinhardt.
Ehrung: Tobias Oschmann (links) bedankt sich bei Peter Norwig. Fotos: Andreas Fischer
HSG-Handballer unterliegen dem TV Hersfeld nach großen Kampf mit 27:29
Baunatal - Der Favorit wankte, aber fiel nicht. Knapp mit 29:27 (12:11) setzte sich im Spitzenspiel der Handball-Oberliga der Männer der TV Hersfeld bei der HSG Baunatal durch. Die Gäste sind jetzt weiterhin Meisterschaftsanwärter Nummer eins.
VOR DEM SPIEL
Schon lange vor dem Anpfiff war die HSG-Arena in Hertingshausen gut gefüllt. Der TV Hersfeld war per Bus angereist, hatte viele Fans mitgebracht und die sorgten auch für ordentlich Stimmung. Generell war es auch Stelldichein vieler nordhessischer Handballgrößen, die sich dieses Top-Spiel der Oberliga nicht entgehen lassen wollten. Auch Baunatals Bürgermeister Henry Richter ließ es sich nicht nehmen, das Top-Spiel in der "HSG-Arena" zu verfolgen. Auch er begrüßte die vielen Handball-Fans in der Halle und wünschte dem Spiel ein guten, spannenden und fairen Verlauf. Ein Präsent gab es dann nach dem Einlaufen der Teams in der inzwischen rappelvollen Halle für Peter Norwig. Der war seit 2008 Vorsitzender HSG, hatte aber zuletzt nicht mehr kandidiert. Nachfolger Tobias Oschmann, Ex-Spieler und jetzt Co-Trainer, bedankte sich bei Peter Norwig für seine geleistete Arbeit für die HSG Baunatal und wünschte ihm viel Erfolg für sein neues Aufgabengebiet als Vorsitzender des HSG-Fördervereins e.V.
DAS SPIEL
In der proppenvollen Halle ging es von Beginn an zur Sache, nicht unfair, aber es wurde um jeden Handbreit Meter gekämpft. Die HSG ging mit 3:1 (9.) in Führung, beim 6:6 (18.) hatte Hersfeld aufgeholt. Dann führten die Lullusstädter, erst mit 11:10 und zur Halbzeit mit 12:11. Nach der Pause kam die HSG mit viel Schwung aus der Kabine und ließ die Chancen diesmal nicht liegen. Beim 18:13 (40.) führte man klar, aber schaffte es nicht nachzusetzen, während Hersfeld traf. Beim 20:20 (49.) war erneut Gleichstand. Und es blieb knapp: Beim 22:22 (52.) war alles noch ausgeglichen, dann führte der TVH und ließ sich trotz allen Bemühens der HSG den Sieg nicht mehr nehmen.
DIE AUFREGER
Bei allem energischen Zupacken blieb die Partie fair. Auch wenn es den roten Karton zweimal gab: Jonas Kutzner (30., HSG) und Luca Teichmann (51., TVH). Lukas Dexling sah „Blau“ (59., HSG) wegen einer Tätlichkeit. Und auf der Strecke blieb auch Finn Reinhardts Trikot mit der „33“, er spielte ab der 37. Minute mit der „11“.
FAZIT
Die HSG Baunatal, bei der Jannis Kiekel und Nico Martin fehlten, warf immer wieder ihren Kampfgeist in die Waagschale. Und lebte auch phasenweise von der Unbekümmertheit der jungen Spieler. In der Abwehr machte man zwei Drittel der Partie wirklich dicht, im Angriff versäumte man es, alle Chancen auch in Tore umzumünzen. In Eins-gegen-eins-Situationen war der TV Hersfeld einfach stärker. Finn und Lasse Reinhardt prägen das Spiel, sind kaum zu stoppen, alte Füchse wie Felix Rehberg oder Sven Wiegel ebenfalls nicht.
DIE TRAINER
„Die Mannschaft hat unwahrscheinlich gekämpft, wir waren immer dran“, sagte Baunatals Trainer Mike Fuhrig. „Uns haben ohne Kiekel und Martin manchmal die Alternativen gefehlt.“ Der Coach bemängelte, dass man in der zweiten Halbzeit eine Phase hatte, in er man die herausgespielten Chancen nicht verwertete. „Hersfeld hat sich teilweise an unserer offensiven Abwehr ganz schön abgerieben“, so Fuhrig. „Unterm Strich fühlt sich unsere Leistung wie ein Sieg an.“
Logisch, dass die Hersfelder Trainer Kai Hüter und Dragos Negovan zufrieden und stolz waren. "Es ist unglaublich, was die Jungs hier geleistet haben. Das Spiel war eigentlich schon weg und dann kommen wir auf diese Art noch einmal zurück", sagte Negovan.