Baunatal verliert trotz deutlicher Pausenführung gegen Königsdorf und kann nun nicht mehr aufsteigen
Baunatal – Aus der Traum. Und das nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Mit 27:28 mussten sich die Handballerinnen der HSG Baunatal in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga dem TuS Königsdorf beugen. Sie haben nun keine Chance mehr, einen der beiden ersten Ränge, die zum Aufstieg berechtigen, zu erreichen.
Dabei sah es mit dem Halbzeitpfiff noch ganz anders aus. 18:12 hieß es für die Baunatalerinnen, die die Partie nach der knappen Hinspiel-Niederlage (ebenfalls 27:28) mit zwei Treffern gewinnen musste, um im Aufstiegskampf die Nase vorn zu haben.
In den ersten 30 Minuten sprach alles für die HSG. Hinter einer zupackenden 5:1-Deckung vereitelte Torhüterin Lisa Clobes etliche gute Chancen. Und im Angriff zeigten Rückraum und Kreis, warum die HSG es überhaupt in diese Meisterrunde geschafft hatte. Immer wieder erspielten sich die Baunatalerinnen zu diesem Zeitpunkt Lücken und konnten meist nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Die fälligen Strafwürfe verwandelte Paulina Kauffeld souverän.
So setzte sich die HSG bis auf 17:10 (28. Minute) ab. Die rappelvolle Hertingshäuser Sporthalle wurde zu einem Hexenkessel. Doch was nach der Pause geschah, ließ die Halle von Minute zu Minute leiser werden. Königsdorf kam wie verwandelt aus der Kabine. Schien das Team in der ersten Halbzeit ratlos und geschlagen, drehte die Mannschaft von Ole Romberg plötzlich auf.
„Ein ganz großes Kompliment. Wer so ein Spiel noch dreht, hat es verdient. Wir wurden mit unserer eigenen Waffe, dem Sieben gegen Sechs, geschlagen“, richtete HSG-Coach Arnd Kauffeld nach der Partie Worte an die Gäste.
Während beim TuS nun alles lief und jeder Angriff zum Torerfolg führte, verkrampfte die HSG immer mehr. Einen 2:10-Lauf mussten die Baunatalerinnen in der Viertelstunde nach der Pause hinnehmen. Über 20:20 gingen die Gäste 22:20 in Führung. „Wir haben die erste Hälfte dominiert, bringen sie unnötig ins Spiel zurück“, sagte Kauffeld. Und dennoch sprach er vom „Stolz auf seine Mannschaft“ und davon, dass er seinem Team nur „ein großes Kompliment machen“ konnte. Schließlich hatte vor Saisonbeginn niemand damit gerechnet, dass die HSG Meister werden und die Aufstiegsrunde erreichen würde.
Am kommenden Freitag steht für die Baunatalerinnen das letzte Spiel der Runde gegen Borussia Dortmund II an (19.30 Uhr, Hertingshausen). Für den Trainer schon das erste Spiel der Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison.