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Baunatal dreht das Derby in Fritzlar

Die Mauer steht: Fritzlars Anna-Maria Spielvogel (links) bleibt mit dem letzten Wurf des Spiels hängen, der Sieg der HSG Baunatal war damit besiegelt. Foto: Sara Freudenstein

HSG überzeugt in der zweiten Halbzeit im Angriff – Trubel kurz vor Schluss

Fritzlar – Es ging zur Sache im Spitzenspiel der Regionalliga: 240 begeisterte Fans erlebten einen emotionsgeladenen und hitzigen Derby-Krimi zwischen den Handballerinnen des SV Germania Fritzlar und der HSG Baunatal. Nach dem Halbzeit-Rückstand drehten die Baunatalerinnen die Partie und gewannen mit 27:26 (11:14).

„Man hat gesehen, dass Baunatal den Sieg mehr wollte. Wir hatten Dinge vorbereitet, haben aber keinen Druck auf die Platte gebracht“, sagte ein enttäuschter SVG-Coach Milan Cermak. Nach dem Führungstreffer der Gäste 25 Sekunden vor Schluss durch die herausragende Leonie Brüßler (zwölf Tore) blieb seinem Team ein letzter Angriff. Dabei musste ein Freiwurf nach Ablauf der Zeit direkt ausgeführt werden. Anna-Maria Spielvogel blieb mit ihrem Wurf in der HSG-Deckung hängen, traf dabei Brüßler im Gesicht.

Die Emotionen kochten nun über. Baunatals Coach Arnd Kauffeld rannte vor dem Abpfiff aufs Feld, wollte seine Spielerin „schützen“. Dafür sah der Übungsleiter die Gelbe Karte, während Spielvogel für den Gesichtstreffer die Rote Karte bekam. „Da war so viel Dampf in dem Spiel“, entschuldigte sich Kauffeld im Nachgang, sprach anschließend auch mit Spielvogel über die Aktion.

Einen perfekten Start in die Partie erwischten die Gastgeberinnen, lagen bereits in der 9. Spielminute mit 5:1 vorn. Woraus Fritzlars Angriff in Summe zu wenig machte, sich stattdessen Ballverluste leistete. Erstmals Sand ins SVG-Getriebe kam so nach dem 7:3 (10.), eine neunminütige Torflaute schloss sich an. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Gäste (18., 6:7) war es vor allem Fritzlars Regisseurin Spielvogel, die mit drei Treffern dazu beitrug, dass die Gastgeberinnen bis zur Pause eine Drei-Tore-Führung herauswarfen.

Mit Wiederanpfiff „verschenkte“ (Cermak) die Germania erneut die Bälle, kam erst im siebten Angriff per Strafwurf zum ersten Treffer. Baunatal übernahm im Anschluss durch ein Siebenmetertor von Paulina Kauffeld erstmals die Führung, steckte dabei auch die Rote Karte gegen Letizia Trombello weg, die sie nach einem Foul an Spielvogel sah. Beim 25:22 (55.) erhöhte Baunatal erstmals auf drei Tore, fand die Lücken im SVG-Mittelblock.

„Wir haben vorn zu oft gewartet, die Entscheidung zu oft Spieli überlassen“, haderte Cermak, der sein Team – wie auch Baunatal – nun im Sieben-gegen-sechs agieren ließ. Fritzlar stellte mit den Toren von Merle Pauser und Alexa Schuldes in der Schlussminute noch mal den Ausgleich her, konnte den Siegtreffer der HSG aber nicht verhindern. „Unfassbar“, freute sich Baunatals Coach Kauffeld nach einer „Mega-Angriffsleistung“ seines Teams.

 

HSG Baunatal: Clobes (4/13), Gerner (3/13) – Peter, Trombello, Simon 1, Brüßler 12, May 1, Mihr 3, Schmidt, Pulja 3, Deichmann, Kauffeld 7/4, Geßner, Nöchel.

SVG Fritzlar: Zwicker 1 (17 P./26 GT), Vesper (bei einem 7m, 0/1) – Ahrend 7/2, Schuldes 3, Krause, Ulrich 3, Oschmann, Barth, Hölscher, Icke 1, Spielvogel 6/2, Pauser 3, Bartalos 2.

SR: Adam/Adam (TSV Vellmar)
Siebenmeter: 4/5:4/6.
Zeitstrafen: 10:8-Min. | Rote Karten: Trombello (38., HSG), Spielvogel (60., SVG).
Z: 240.