HSG Baunatal schlägt im letzten Aufstiegsspiel Borussia Dortmund 29:28
Baunatal – Das war die Krönung einer meisterlichen Saison. Im letzten Spiel der Aufstiegsrunde zur dritten Handballliga schlugen die Frauen der HSG Baunatal den Favoriten Borussia Dortmund II mit 29:28 (13:16) und schlossen die „Bonusspiele“ nach der eigentlichen Saison mit einem Sieg ab.
Für die HSG ging es in dieser Partie nach drei Niederlagen in den bisherigen Aufstiegsspielen um nichts mehr. Aber die Baunatalerinnen wollten sich gebührend in die Sommerpause verabschieden, mit einer guten Leistung dem Favoriten Paroli bieten, ihm alles abverlangen. Es wurde mehr als das. Es erstaunt schon, wo die jungen Baunataler Handballerinnen nach einer kräftezehrenden Saison, die sie als Hessenmeister beendeten, und drei Niederlagen, die nicht gerade zur Erbauung dienten, die Kraft und den Willen in diesem letzten Spiel hernahmen.
Die Begegnung in der vollen HSG-Arena war über 60 Minuten eine Partie auf Augenhöhe. Bis zum 10:10 (15.) drückte sich das auch im Ergebnis aus. Das gestalteten die Dortmunderinnen in der Folgezeit dann etwas günstiger für sich. Der BVB nutzte die Fehler der HSG-Frauen und lag nach dem 13:10 (20.) bis zur Pause meistens mit drei Treffern vorn.
Die zweiten 30 Minuten begannen dann gleich mit dem 17:13 und 18:14 für Dortmund. Und die Gäste hielten den Vorsprung von drei oder vier Toren noch eine ganze Weile durch. Mit vier Treffern von Paulina Kauffeld, darunter drei verwandelten Siebenmetern, schlich sich die HSG aber wieder heran und so stand beim 24:24 (52.) alles wieder auf Anfang.
Yan Li Stannies, die in der zweiten Halbzeit im Baunataler Tor stand, zog den Dortmunder Angreiferinnen den Zahn. Die HSG-Abwehr machte dicht und im Angriff war Baunatal jetzt auch im Eins-gegen-eins stark.
Beim 26:25 (54:40), 27:26 (56:41) und 28:27 (57:51) führte Dortmund, dann glich die HSG zum 28:28 (58:43) aus. Danach war Schluss, aber der zuvor gegebene Siebenmeter für Baunatal musste noch ausgeführt werden. Paulina Kauffeld behielt die Nerven und verwandelte zum 29:28. Das war dann die einzige Führung für die Gastgeberinnen in der zweiten Halbzeit, aber das reichte schließlich auch.
„Ja, da kommt schon Wehmut auf, aber der Kontakt wird ja nicht abreißen“, sagte Fredrike Peter, für die es das letzte Spiel in der ersten Mannschaft war. „Heute war einfach mehr Lockerheit im Spiel, da hat vieles besser geklappt als gegen Königsdorf.“
Trainer Arnd Kauffeld strahlte natürlich nach Spielende. „Das war ein versöhnlicher Abschluss. Was wir letzte Woche nicht zu Ende gebracht haben, das haben wir diesmal geschafft, so ist Sport“, sagte Kauffeld. „Die Mannschaft war heute mit dem Herz auf der Platte.“ Kauffeld hatte eine enorme Steigerung in der Abwehr gesehen, man habe erfolgreich im Kollektiv gearbeitet. „Im Prinzip war diese letzte Partie schon das erste Vorbereitungsspiel der neuen Saison“, so Kauffeld.
Zu den Spielerinnen des Tages wurden von den Trainern Francis Portengen und Yan Li Stannies gewählt.