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Lohrbach überragt bei Baunataler Sieg

Die Baunataler Lukas Dexling (links) und Lars Kutzner (rechts) hindern Lars Pietz von Fuldatal/Wolfsanger am Abschluss. © Fotos: Dieter Schachtschneider/Peter Fritschler

Marcel Lohrbach hat seinen "Kasten" abgeschlossen

Fuldatal/Wolfsanger von Gästen bei 30:42 im Oberliga-Derby überrollt

Fuldatal – Die Sporthalle an der Eichhecke in Ihringshausen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Derbyzeit in der Handball-Oberliga der Männer: Die HSG Fuldatal/Wolfsanger empfing die HSG Baunatal. Die Stimmung passte, der Rahmen auch – doch sportlich entwickelte sich der Abend früh in eine Richtung. Baunatal setzte sich deutlich 42:30 (21:11) durch und rückte wieder auf zwei Punkte an den gegen Wesertal unterlegenen Spitzenreiter TV Hersfeld heran.

Maßgeblichen Anteil daran hatte Gäste-Torwart Marcel Lohrbach, der einen nahezu perfekten Abend erwischte. Schon der Start zeigte, wohin die Reise gehen würde. Baunatal nutzte gleich den ersten Angriff zur Führung, während Fuldatal/Wolfsanger im Gegenzug direkt an Lohrbach scheiterte. Die Gäste verteidigten von Beginn an hoch und aggressiv, störten früh und zwangen die Gastgeber zu Fehlern. Nach nicht einmal drei Minuten stand es bereits 3:0. Baunatal spielte zielstrebig nach vorn und nutzte seine Chancen konsequent. Als die Gäste auf 4:0 erhöhten, sah sich die Bank der Gastgeber bereits nach 5:36 Minuten zur Auszeit gezwungen.

Doch Baunatal blieb tonangebend. Erst nach sieben Minuten fiel der erste Treffer für Fuldatal/Wolfsanger zum 1:6. Während der Tabellenzweite klarer und effizienter spielte, mussten sich die Gastgeber jeden Abschluss hart erarbeiten. Immerhin hielt Torhüter Nils Huth sein Team mit einigen starken Paraden zunächst im Spiel. Nach knapp 15 Minuten kam Fuldatal/Wolfsanger etwas besser in die Partie. Zunehmend entwickelte sich Lohrbach zum dominierenden Faktor. Immer wieder scheiterten die Angreifer aus Fuldatal/Wolfsanger an ihm, egal ob aus dem Rückraum, vom Kreis oder im Eins-gegen-eins.

Nach gut 22 Minuten lag Baunatal bereits komfortabel vorn. Beim Stand von 10:17 (24.) nahm Fuldatal/Wolfsanger die zweite Auszeit. Kurz vor der Pause sorgte Baunatal dann endgültig für die Vorentscheidung. Zweimal verteidigten die Gäste stark und trafen anschließend ins leere Tor – einer dieser Treffer gelang sogar Lohrbach selbst. Nach 29 Minuten stand es bereits 21:11, mit diesem klaren Vorsprung ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Wechsel änderte sich zunächst wenig am Bild. Baunatal traf direkt zum Auftakt, musste kurz darauf allerdings eine Zeitstrafe hinnehmen. Die Gastgeber hofften auf eine Chance in Überzahl, und tatsächlich verwertete Tjark Hoffmann den ersten Angriff zum 13:23. Wirklich näher kam Fuldatal/Wolfsanger jedoch nicht mehr heran. Als Baunatal wieder komplett war, hatte sich am Abstand kaum etwas geändert. Nach knapp 40 Minuten stand es 27:19 für die Gäste. In dieser Phase schaltete Baunatal einen Gang zurück, ohne die Kontrolle zu verlieren. Fuldatal/Wolfsanger bemühte sich zwar, den Rückstand zu verkürzen und die Partie spannend zu halten, doch spätestens nach 44 Minuten war der Zehn-Tore-Vorsprung wiederhergestellt.

Dass sein Torwart einer der entscheidenden Faktoren des Spiels war, sah auch Mike Fuhrig so. „Er ist immer im Training und hat sich im neuen Team super eingefunden“, sagte der Baunataler Trainer über seinen Schlussmann, „das war eine überragende Leistung – ein solches Spiel hat er sich verdient.“ Lohrbach selbst blieb bescheiden. „Erst war die Abwehr gut“, erklärte der Torhüter, „dann habe ich ein, zwei Bälle gehalten und dann ging’s ab.“ Auch ein Treffer im Gesicht kurz vor der Pause konnte ihn nicht bremsen. Den Schlusspunkt setzte Tobias Geßner, der für die Gäste zum 43:30 traf.

Fuldatal/Wolfsangers Trainer Nils Gericke machte die erste Halbzeit als entscheidend für den Verlauf aus. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte er. „In der ersten Hälfte wurden wir eiskalt bestraft. Wir haben viele ungewohnte technische Fehler gemacht.“ Auch mit der Einstellung haderte er. „Damit können wir nicht zufrieden sein“, erklärte Gericke. „Der Sieg für Baunatal ist absolut verdient.“
RAPHAEL WIRTH

HSG Baunatal

Henkel - Lohrbach 1; Martin 4, Kutzner 2, Meyfarth, Gnau 7, Schmidt 4, Krug 3, Rudolph 6, Dexling 3, Geßner 5, Hartung, Rietze 3, Hahn 3, Werkle 1