Gute Wurfposition: Die Baunatalerin Letizia Trombello (rechts) setzt sich gegen die Hersfelderin Alina Braun durch. Foto: Andreas Fischer
Regionalliga-Handballerinnen der HSG Baunatal schlagen TV Hersfeld 23:17
Baunatal – Mit dem 23:17 (11:8)-Sieg über den TV Hersfeld haben die Regionalliga-Handballerinnen der HSG Baunatal ihren vierten Tabellenplatz gefestigt. Einen leichten Schock gab es vor dem Spiel, als Rika Simon am Boden lag und dann vom Feld humpelte. Kurz vorm Anpfiff dann Entwarnung, sie lief mit auf. „Mir war eine Mitspielerin auf den Fuß getreten“, erklärte sie nach der Partie.
Die Gastgeberinnen waren in der gut gefüllten Hertingshäuser HSG-Arena schlecht gestartet, übernervös, unsicher und zu langsam. Die Hersfelderinnen nutzten dies aus, führten 4:1 (10.) und die HSG kam erstmals beim 5:5 (15.) zum Ausgleich und beim 7:6 (20.) zur ersten Führung im Spiel. Zwar hatte sich die Nervosität da auch noch nicht ganz gelegt. Aber zumindest ging Baunatal mit viel Einsatz zur Sache und führte zur Halbzeit mit 11:8.
Nach der Pause fand die HSG mehr und mehr zu ihrem Spiel, vor allem aber zu mehr Sicherheit. Die Nervosität war weg. Das machte sich in der spielerischen Überlegenheit bemerkbar. Beim 16:9 nach 41 Minuten Spielzeit führten die Gastgeberinnen schon klar.
Und die Baunatalerinnen ließen sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. HSG-Trainer Arnd Kauffeld setzte im Angriff zweimal auf das 7:6, agierte bei Unterzahl mit leerem Tor, mit einer Feldspielerin mehr zulasten der Torhüterin. Hersfeld kam in den Schlussminuten noch einmal auf 17:21 heran, aber zwei blitzsaubere Tempogegenstöße nach Ballgewinnen der Baunatalerinnen in der Abwehr machten das Ergebnis wieder klarer.
Die Gastgeberinnen spielten besonders in der zweiten Halbzeit eine starke Abwehr. Zusammen mit der exzellent haltenden Lisa Clobes im Tor war dies der Grundstein für den Sieg. Die Trefferquote war in Halbzeit eins nicht gut, auch hier steigerten sich die Gastgeberinnen. Vor allem auch, weil sie strategisch gut agierten und clever abschlossen. Unterm Strich war der Sieg über den TV Hersfeld mehr als verdient.
Lisa Clobes, die 15 Paraden auf den Konto hatte, macht das, was fast alle Torhüterinnen und Torhüter beim Handball machen, sie gab das Lob an sie erstmal an die Abwehr weiter. „Die hat sich nach der Ansprache von Arnd Kauffeld in der Pause dann gesteigert“, sagte Clobes. „Bei einer guten Abwehr kann sich auch die Torhüterin eher auszeichnen. Irgendwie puscht man sich dann gegenseitig hoch.“ Die HSG habe zu Beginn des Spiels wohl den Kopf nicht richtig frei gehabt, vielleicht auch wegen der privaten Verbindungen zum Gegner.
„Wir sind mit angezogener Handbremse ins Spiel gegangen“, sagte Kauffeld nach der Partie. „Die Abwehr hat die Räume nicht richtig dicht gemacht, im Angriff haben wir die Chancen liegen lassen. Das war nicht das, was wir wirklich können.“ Nach dem Wechsel habe sich sein Team in der Abwehr enorm gesteigert und mit Clobes eine starke Torhüterin gehabt.
Bei der HSG feierte Lea Günther nach langer Verletzungspause bei ihrem ersten Einsatz in dieser Saison ein gelungenes Comeback. Und mit im Spiel war auch Charlotte Mihr, die von ihrer Schulfreizeit schon am Freitag zurückgekehrt war.
Am nächsten Sonntag steht die schwere Aufgabe bei der TSG Eddersheim an.
HSG Baunatal
Clobes - Gerner; Peter 1, Trombello 2, Simon 4, Brüßler 2, May 1, Mihr 1, Günther, Krebs, Schmidt 3, Pulja, Deichmann 3, Kauffeld 5/4, Nöchel 1