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Ein Remis nach viel Kampf und Krampf

Verbissener Kampf: Baunatals Jessica May versucht, Twistetals zehnfache Torschützin Karoline Happe am Zuspiel zu hindern. © Foto: Andreas Fischer

Baunatal muss sich bei 23:23 gegen Twistetal mit Teilerfolg begnügen

Baunatal – Was er vom soeben Erlebten halten sollte, wusste Arnd Kauffeld nach der Schlusssirene nicht. „Die Analyse fällt schwer. Immerhin haben wir nicht verloren“, sagte der enttäuschte und etwas ratlose Trainer der HSG Baunatal. Seine Regionalliga-Handballerinnen waren in eigener Halle gegen die HSG Twistetal nicht über ein 23:23 (14:11)-Unentschieden hinausgekommen. Damit blieb die Mannschaft zwar zum achten Mal in Folge ohne Niederlage, verlor nach dem zweiten Remis binnen einer Woche gegenüber Spitzenreiter Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden aber an Boden.

Was Kauffeld auch zum Nachdenken brachte, waren die Parallelen zum Hinspiel. „Das war heute spiegelgleich. Damals haben wir in den letzten 20 Minuten ebenfalls ein wenig den Kopf verloren“, sagte er. Auch in Twistetal lag sein Team zur Pause mit drei Treffern vorn, ehe ihm ab der 40. Minute nicht mehr viel gelang. Wie dieses Mal wieder.

Mit einem feinen Heber hatte Rika Simon Sekunden nach dem Wechsel die Führung auf 15:11 ausgebaut. Die Linksaußen war es auch, die mit dem 20:14 (39.) gefühlt für klare Verhältnisse sorgte. Der Knoten schien endgültig geplatzt, doch die Baunatalerinnen ließen sich das Heft vom Tabellenvierten wieder aus der Hand nehmen.

Immer härter, immer verbissener gestaltete sich das Duell mit insgesamt zwölf Zeitstrafen. Und immer seltener schafften es die Gastgeberinnen, die Twistetaler Deckung mit dem körperlich starken Innenblock aus Kim Hering und Janina Winkler auszuhebeln. „Wir waren verkrampft und bringen den Ball nicht mehr weg. Und wir haben ein wenig den Kopf verloren“, befand Kauffeld. Kaum einmal setzte seine Mannschaft spielerische Akzente, ein ums andere Mal zwangen die Gäste Baunatal ins Zeitspiel. Zielführende Anspiele an den Kreis oder zu den Außen blieben Mangelware, in Eins-gegen-eins-Situationen gab es kein Durchkommen.

In Folge dessen blieb Baunatal nun achteinhalb Minuten ohne Treffer und Twistetal glich zum 20:20 aus (47.). In der zähen restlichen Zeit mit viel Kampf und Krampf legten die Gastgeberinnen noch dreimal vor, die Gäste glichen jeweils aus. Nach dem 23:23 (56.) mühten sich beide Teams über vier Minuten lang vergeblich um den Siegtreffer. So blieb es bei der Punkteteilung, mit der die Waldeckerinnen besser leben konnten.

Zu den Denkwürdigkeiten der Partie zählte auch, dass die Torjägerinnen lange für ein Feldtor brauchten. Baunatals Paulina Kauffeld, die sechs von sieben Siebenmetern verwandelte, glückte es in der 38. Minute – im Zeitspiel, als kein Pass mehr frei war, mit einem Verzweiflungswurf, der kaum erfolgreich sein konnte. 33 Minuten benötigte Twistetals Kim Hering. An ihrer Stelle traf zum Leidwesen der Gastgeberinnen Karoline Happe (10).
WOLFGANG BAUSCHER


HSG Baunatal
Clobes - Gerner; Peter Trombello 1, Simon 6, Brüßler 3, May 1, Mihr, Krebs, Schmidt 1, Pulja 1, Deichmann 1, Kauffeld 7/6, Nöchel 2