Handballerinnen der HSG Baunatal müssen mit Hungen/Lich die Punkte teilen
Umlagert: Paulina Kauffeld von der HSG Baunatal. Foto: Dieter Schachtschneider
32:32 nach einem packenden Duell
Baunatal – Im Spitzenspiel der Handball-Regionalliga lieferten sich die Frauen der HSG Baunatal und die HSG Hungen/Lich vor heimischer Kulisse ein packendes Duell auf Augenhöhe. Nach 60 intensiven Minuten stand ein leistungsgerechtes 32:32 (12:14) auf der Anzeigetafel, ein Ergebnis, das die Gäste wie einen Sieg feierten.
Der Tabellenzweite aus Nordhessen, mit sechs Siegen in Serie und dem Erfolg in Fritzlar im Rücken, erwischte jedoch keinen guten Start. Zwar schloss Paulina Kauffeld den ersten Angriff ruhig zum 1:0 ab, doch viele leichte Fehler und Unkonzentriertheiten prägten die Anfangsphase. Hungen/Lich nutzte die Unsicherheiten konsequent aus, führte nach knapp fünf Minuten 3:1 und setzte sich in der Folge auf 6:3 ab. Die Gäste verteidigten körperlich intensiv, schalteten schnell um und kamen zu deutlich klareren Abschlüssen. Dass der Rückstand nicht höher ausfiel, war vor allem Torfrau Lisa Clobes zu verdanken, die mehrfach stark im Eins-gegen-Eins parierte.
Im Angriff stemmte sich vor allem Marinola Pulja gegen den Rückstand. Die Kreisläuferin traf immer wieder nach klugen Anspielen, hielt ihre Farben im Spiel und wurde nach dem Spiel zur MVP der HSG Baunatal ausgezeichnet. Dennoch blieb Hungen/Lich bis zur Pause tonangebend. Beim 12:14 war die Gästeführung verdient, weil die Gastgeberinnen im Positionsspiel zu hektisch agierten und sich immer wieder technische Fehler leisteten. Kurz vor der Halbzeit sah Trainer Arnd Kauffeld nach einem aus seiner Sicht ungleich bewerteten Fußspiel die Gelbe Karte, erklärte dem Schiedsrichter die Szene anschließend jedoch bereits wieder mit einem Lächeln.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Baunatal ein anderes Gesicht. Die Angriffe wurden strukturierter ausgespielt, die Abwehr agierte wacher und konsequenter. Kauffeld übernahm Verantwortung, traf vom Siebenmeterpunkt sicher und verkürzte mehrfach. Rika Simon glich zum 18:18 aus, Pulja stellte wenig später auf 20:20. Doch immer dann, wenn die Gastgeberinnen drauf und dran waren, das Spiel endgültig zu drehen, legte Hungen/Lich noch einmal nach, oft begünstigt durch Ballverluste oder Stürmerfouls der Baunatalerinnen. Trotz des dünnen Kaders mit nur zwei Wechselspielerinnen hielten die Mittelhessinnen das Tempo hoch. Katharina Weber band in der Offensive gleich mehrere Gegenspielerinnen, über außen blieb Lucia Schneider treffsicher.
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. 40 Sekunden vor dem Ende erhielt Baunatal nach einem Fußspiel der Gäste noch einmal den Ball. Die Partie wurde hektisch, doch die Entscheidung fiel auf der anderen Seite. Vier Sekunden vor Schluss setzte sich Hungen/Lichs Lotz kompromisslos durch, zog das Foul und Emma Nibergall verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 32:32-Endstand.
Baunatals Trainer Arnd Kauffeld zeigte sich in seiner Einschätzung als fairer Sportsmann und sagte: „Glückwunsch an Hungen/Lich zum Punktgewinn, wir sind das ganze Spiel einem Rückstand hinterhergelaufen.“ Zudem stellte er selbstkritisch fest: „Nach dem emotionalen Spiel in Fritzlar haben wir heute nicht die richtige Einstellung gefunden, aber mit etwas Schlaf werden wir auch dieses Unentschieden verdauen.“