Regionalliga-Meister HSG Baunatal hat in der Aufstiegsrunde die 3. Liga im Visier
Baunatal – Das ist schon fast unglaublich, was die Handballerinnen der HSG Baunatal für eine Saison in der Regionalliga hingelegt haben. Die Serie 2024/25 schlossen sie als Aufsteiger mit elf Siegen und elf Niederlagen als Sechste ab. Im zweiten Regionalligajahr holten sie sich die Meisterschaft und stehen nun in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga. Eine Bilanz der bisherigen Saison und einen Ausblick auf die nächsten Spiele in Stichworten.
■ Der Saisonverlauf
In den ersten fünf Saisonspielen verbuchten die Baunatalerinnen fünf Siege. Dann riss der Faden, angefangen mit dem Remis bei der HSG Twistetal. Lichtblick war da noch das 28:28 in Kleenheim. Aus fünf Spielen holten die Nordhessinnen in dieser Phase lediglich 2:8 Punkte. Doch dann kam die große Erfolgsserie: Seit der 27:29-Niederlage gegen die HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden am 7. Dezember 2025 blieb die HSG Baunatal ungeschlagen und verbuchte dabei zehn Siege und zwei Unentschieden.
■ Die Abwehr
Da gab es in der Zwischenphase ein paar Schwächen. Aber seit Mitte Dezember funktioniert die Deckung. Die VW-Städterinnen stehen stabil, auf einer Linie oder offensiv, antizipieren hervorragend und generieren viele Bälle für den schnellen Angriff. Dazu ist auf Lisa Clobes und Sophie Gerner im Tor mehr als Verlass. Da Gerner zuletzt ausfiel, half Yan Li Stannies mit aus. In Zukunft sollte dann Paula Küllmer wieder fit sein und zusammen mit Clobes das Torwart-Duo bilden.
■ Der Angriff
Der spielt, wann immer es geht, mit hohem Tempo, lebt dabei auch vom schnellen Umschaltspiel aus der Abwehr. Im Positionsangriff werden gute Entscheidungen getroffen, die Außen oft miteinbezogen. Dazu setzt die HSG den Gegner hin und wieder mit gekonntem 7:6-Spiel unter Druck.
■ Der Trainer
Die Mannschaft von Coach Arnd Kauffeld hat sich in vielen Bereichen weiterentwickelt, hat das erste Jahr mit Harzgewöhnung gut überstanden und ist einige Schritte weitergekommen. Im Angriff hat sie weitere Fähigkeiten entwickelt und setzt diese auch um. Sie erarbeitet sich unter anderem Tormöglichkeiten und schließt diese auf den Punkt ab. In der Abwehr steht sie bis auf einige individuelle Details sicher. Grundsätzlich steckt aber noch viel Potenzial im Team.
■ Das Zwischenfazit
Nach dem Lehrjahr, der Saison nach dem Aufstieg, wollte sich die HSG in dieser Saison in der Regionalliga etablieren. Klar, mit der Meisterschaft wurde dieses Ziel weit übertroffen. Aber der Entwicklungsprozess geht weiter, die junge Mannschaft lernt immer noch dazu, saugt es auf und setzt es im nächsten Spiel um. Die Personalpolitik ist solide, fein abgestimmt und lässt für die nächsten Jahre hoffen.
■ Der Ausblick
Für die Aufstiegsrunde in die drei dritten Ligen sind zwölf Mannschaften gesetzt. Diese spielen in drei Gruppen mit jeweils vier Mannschaften in Hin- und Rückspiel die sechs Aufsteiger aus. Die HSG sollte eigentlich mit den Regionalligameistern TuS Königsdorf (Nordrhein), Borussia Dortmund II (Westfalen) und SC Markranstädt (Thüringen) in einer Gruppe spielen. Da Markranstädt aber nicht für die Aufstiegsrunde meldete, spielt die HSG nur in einer Dreiergruppe. Der Auftakt für die HSG Baunatal ist am kommenden Sonntag um 17 Uhr in Frechen mit der Partie beim TuS Königsdorf. Es folgt am 10. Mai die Partie bei Borussia Dortmund II. Danach stehen noch die Heimspiele am 16. Mai gegen Königsdorf und am 22. Mai gegen Dortmund auf dem Programm. PETER FRITSCHLER